In der Ostsee Zeitung las ich am Montag, dass in der WiSoFak der Uni Rostock eine Lesung mit Toralf Staud stattfindet. Den Rahmen für die Lesung bildet die Reihe der entwicklungspolitischen Tage in Mecklenburg-Vorpommern. Koordiniert werden diese Tage vom Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V und mit organisiert u.a. von Eutopia – Rostocker Uniprojekt für Entwicklungszusammenarbeit e.V. Toralf Staud würde aus seinem Buch “Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen” lesen. Die Leseprobe auf den Seiten des Verlages klang viel versprechend. Vor dem Hintergrund der Recherche zum vorigen Beitrag “Jetzt gibt es auch schon BIO-Häuser”, wo mir wieder einmal der Unterschied zwischen Werbung und Realität vor Augen geführt wurde, passte diese Lesung thematisch sehr gut.
Es geht um die Grünfärberei, mit der uns Wirtschaft und Politik vermeintlich “grüne” Produkte und Leistungen verkaufen wollen. Der Großteil der Inhalte des Buches stammen laut Toralf Staud aus seinem Blog klima-luegendetektor.de. In diesem Blog, einem Gemeinschaftsprojekt vom Greenpeace Magazin und von wir-klimaretter.de, schreiben eine Handvoll Journalisten über folgendes:
Am Anfang war die Wut. Darüber, dass sich Unternehmen als Klimaschützer präsentieren. Dass Politiker ungeniert die Argumente von Industrie-Lobbyisten nachplappern. Dass viele Medien offensichtlich nicht einmal mehr versuchen, Klimaschutz-Versprechen und -Wirklichkeit zu vergleichen.
Nach einer kurzen Einleitung der Veranstalter begann Toralf Staud die Lesung mit einem kleinen Werbevideo eines großen Energieversorgers. Dieses Imagefilmchen mehr oder weniger unkommentiert lassend, begann er zu lesen. Die Einführung (Leseprobe s.o.) war sehr kurzweilig und ironisch und machte Appetit auf mehr. Zwei weitere Videos, die den vorhin angesprochenen Film persiflieren, stimmten das Publikum merklich nachdenklich. Auf Wunsch der Zuhörer folgten einige weitere Absätze mit Falsifizierungen von Politiker- und Manageraussagen. Abschließend beantwortete Toralf Staud noch Fragen zu seiner persönlichen Meinung zum bevorstehenden Klimagipfel in Kopenhagen, zum erhaltenen Feedback auf klima-luegendetektor.de und wir-klimaretter.de und zur Vertrauenswürdigkeit verschiedener Produktkennzeichnungen.
Am Beispiel der eigenen Ernährung fasste er kurz zusammen, wie man selbst etwas für die Welt und das Klima tun kann:
Regional, saisonal und möglichst wenig Fleisch essen.
Ich fasse zusammen: Ein Abend mit einem sehr authentischen Autor. Man durfte seltene Einblicke in die Themen Grünfärberei, Lobbyismus und “grüne” PR gewinnen. Und ich persönlich danke Toralf Staud für das nette Gespräch beim Abbau und die Erlaubnis, ihn für diesen Beitrag hier ablichten zu dürfen.









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