Er ist weg – Experiment Autofrei

SEAT IBIZA im Schnee 2010 Im Oktober hatten wir es bereits vier Wochen getestet – Autofrei! Allerdings mit einer Fallback-Lösung – unserem Auto auf dem Parkplatz. Von so manchem wurden wir für verrückt erklärt: “Wie könnt ihr nur eure Freiheit aufgeben?”
Jetzt ist er weg!
Wir haben vorhin unseren SEAT IBIZA Baujahr 1999 nach sechs Jahren wieder im Autohaus abgegeben.

Wenn es demnächst also schneit, wie im letzten Winter, müssen wir den kleinen blauen Flitzer nicht mehr frei schaufeln. Aber er bringt uns kommenden Sommer auch nicht mehr in den Urlaub. ;)

Kosten mit eigenem Auto

Jederzeit überall hinfahren können, hat seinen Preis. Wir haben es durchgerechnet und die letzten zwei Jahre betrachtet. Knapp 8.000 km bewegten wir uns mit dem Auto, ca. 330 km/Monat. Da ist der letzte Harzurlaub mit 1000 km schon drin. Wir haben natürlich alle(!) Ausgaben, TÜV, Steuern, Versicherung, Benzin usw. auf Monate herunter gebrochen und sind auf 242,42 € pro Monat gekommen, die wir für unsere Mobilität ausgaben. 72 € waren davon bereits für RSAG Monatskarten. Und 500 € pro Jahr für Reparaturen des 12-jährigen waren hierbei auch berücksichtigt.

Kosten ohne eigenes Auto

SEAT IBIZA im Harz 2011 Was wäre also, wenn wir auf öffentliche Verkehrsmittel umstiegen? All unsere Strecken durchgerechnet, teils mit Bus und Bahn und teils mit einem Leihwagen gefahren, brächten uns auf eine Preisspanne von 210,27 € bis 264,04 € im Monat. Je nachdem, welchen Autovermieter, GreenWheeels, Sixt, Flinkster, Enterprise, Europcar oder Hertz, man nimmt. Immer so in der IBIZA Klasse – meist Polo oder Corsa also. Bei der uns nächsten Entleihstelle sind das bei unserer Rechnung und Kilometerleistung auf den Monat runter gebrochen für einen Corsa 215,52 € oder 229,92 € für einen Astra.

Unser Fazit

Eine weitere Monatskarte ist gebucht, denn mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wir Plus-Minus-Null. Nur belasten wir die Umwelt etwas weniger. Wir hoffen nebenbei auf etwas Entschleunigung in der ach so schnelllebigen Zeit, in der man immer unbedingt flexibel sein soll. ;)

Für mindestens ein Jahr werden wir nun schauen, wie es sich ohne eigenes Auto lebt. Denn das Monatskarten-ABO geht ein Jahr. Wir werden hier natürlich über die eine oder andere Herausforderung auf unserem Weg berichten.

Es wird spannend!

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5 Antworten auf Er ist weg – Experiment Autofrei

  1. Enrico sagt:

    Die Idee ist nicht schlecht. Es haben in unserem Bekanntenkreis auch einige vollzogen, aber das funktioniert welch Wunder ;-) nur in einer “Großstadt” mit funktionierendem Personennahverkehr. Bei uns im Dörfchen fährt z.B. regelmäßig nur der Schülerbus und zweimal!! die Woche ein Bus. Somit ohne Auto undenkbar und unmöglich (einer Arbeit nachzugehen).

  2. Herzlichen Glückwunsch zu dem Entschluss. Ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr das fehlende Auto schon bald nicht mehr als “Verlust” seht – das wird am Anfang bestimmt öfter passieren, wenn man an der Haltestelle im regen auf die Straßenbahn wartet oder der Weg bis zum Natur- und Umweltpark auf einmal 90 Minuten lang ist.

    Ich leben seit 16 Jahren autofrei. In einer Stadt wie Rostock lässt sich ein vierköpfiger Haushalt recht bequem ohne Auto führen. Es ist nur der Wille wichtig, so zu leben. Ein Wochenendeinkauf im Einkaufzentrum am Rande der Stadt lässt sich auch in drei Einkäufe bei Rewe, dem Discounter um die Ecke und auf dem Wochenmarkt (oder wo man sonst einkaufen mag) aufteilen. Und bestimmt spart man noch Zeit und Einkaufsstress dabei.

    Mein persönliches Fazit: Neben der wirtschaftlichen Betrachtung des Nicht-Auto-Besitzens gibt es auch ein sehr gutes Gefühl, aktiv was für die CO2-Vermeidung zu tun und nicht Teil des Verkehrsproblems in Städten zu sein. Und dann kommen noch einige Kilometer körperliche Bewegung per Pedes und Fahrrad hinzu, die uns Büromenschen sicher gut tun.

    Willkommen im Klub!

  3. Kay Jarchow sagt:

    Beim Flitzen zur nahenden Bahn denken: “Ich bin nicht Teil des Problems!” ist im Moment noch etwas schwierig. ;)

    Aber das wird bestimmt noch. Danke.

    Und ja, in Rostock mag das gehen. Wie Enrico aber schrieb, ist autofrei keine Lösung für den ländlichen Raum in MV. Leider!

  4. Markus Niemann sagt:

    Schöne Sache,
    wo ein Wille ist, ist auch ein Weg :-) Ich denke man gewöhnt sich wieder dran. Ich selber fahre fast nur mit dem Rad, in Rostock erreicht man damit auch alles was man braucht. Ich finds nur immer wieder erstaunlich wie viele Autos mittlerweile im Umlauf sind… alleine in der KTV sind ständig alle Parkplätze zugestellt, heutzutage hat anscheinend schon jeder Haushalt mindestens 2 Autos…. so zumindest meine subjektive Einschätzung :-)

    Schönen Abend noch….

  5. Respekt! Wirklich eine mutige Entscheidung ohne Auto zu leben. Es ist sicher nicht immer leicht alles zu erreichen.

    Aber ich muss auch meinen Vorrednern Recht geben, denn ist auch stark von der eigenen Wohngegend abhängig und dem eigenen Beruf.

    Auf dem Lande, mit schlechter Verkehrsanbindung ist es sicher schwierig ohne Auto klar zu kommen. Denn leider hat sich auch das Leben allgemein an die Mobilität angepasst. Die kleinen Tante Emma Läden sind schon lange von den Dörfern verschwunden und oft muss man einige Kilometer zurück legen, um die einfachsten Dinge zu besorgen.

    Wer zudem nicht nur einfach auf Arbeit fährt, sondern einen Job hat, bei dem man immer wieder verschiedene Orte abklappern muss, dann ist es ohne Auto doch nicht mehr denkbar.

    LG Enna

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